Heinrich Schütz: Matthäuspassion

Webbild-Test

Historia des Leidens und Sterbens unseres
Herren und Heilandes Jesu Christi nach dem
Evangelisten Matthäus, SWV 479

Sonntag, 6. April 2014, 19.00 Uhr
Wallfahrtskirche Götzens

 


Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe www.tiroler-barocktage.at

Johannes Chum – Evangelist
Matthias Helm – Jesus

Johannes Bergmann – Petrus, falscher Zeuge
Agnes Plankensteiner – Mägde, Frau des Pilatus
Wolfgang Schwaiger – Kaiphas, falscher Zeuge, Pilatus
Fritz Stampfer – Judas

David Bergmüller – Chitarrone
Johannes Gasteiger – Violone
Christoph Sietzen – Marimba
Emiko Uchiyama
Vibraphon

Kammerchor Collegium vocale Innsbruck

Bernhard Sieberer – Leitung

 

Zum Werk

In der Musik von Heinrich Schütz sind die Ausdrucksmittel stets unlösbar mit der deutschen Sprache verbunden. Die drei Vertonungen der Passionsgeschichten nach den Evangelisten Johannes, Lukas und Matthäus entstammen der späten Schaffensperiode des Komponisten. Besonders in der 1666 in Dresden entstandenen Matthäuspassion verschmelzen sich dramatische Darstellung, kontrapunktisches Geschick und Einfühlungsvermögen in die protestantische Tradition, und das alles in größter Sparsamkeit der musikalischen Mittel.

Mit Ausnahme des Anfangs- und des Schlusschores beschränkt sich der Komponist des deutschen Frühbarrock rein auf den Evangelientext in der Übersetzung von Matin Luther, ohne Arien oder Choräle einzuflechten, und das ganze Werk ist a-cappella, also ohne Instrumentalbegleitung gehalten. Die Chöre sind vierstimmig konzipiert, die handelnden Personen (Jesus, die Jünger, Pilatus…) und der Evangelist singen einstimmigpsalmodierende Linien in einem Stil, der zwischen rezitativischem Stil der neuen Opern jener Zeit und der Choralmelodie einzuordnen ist. Das Werk ist in der Kirchentonart dorisch auf G geschrieben, zahlreiche modale, also kirchentonale Wendungen unterstreichen die harmonische Wirkung in den Chören aber auch in den einstimmigen Gesängen.

Um die Vielfalt und Zartheit der Behandlung der Erzählung zu unterstreichen, haben wir uns für diese Aufführung zu einem besonderen Experiment entschieden: der Urtext der Musik von Heinrich Schütz bleibt völlig unangetastet und wird notengetreu musiziert. Darüber hinaus haben wir uns entschlossen, die a-cappella-Linien durch moderne Klänge zu bereichern und so die atmosphärischen Wechsel, die tiefgründigen Stimmungen und den melodischen und harmonischen Verlauf dieser großartigen Musik zu unterstreichen und leichter verständlich zu machen. Alle Instrumentalisten improvisieren mit Marimba, Vibraphon, Chitarrone und Violone über den originalen Text und dessen harmonische Deutungen.